Neues aus dem Dekanatsbezirk im Juni 2021

Nach einiger Zeit melden wir uns wieder einmal mit Neuigkeiten aus dem Dekanatsbezirk (DB).

Dekan Dr. Manuel Ceglarek schreibt: Seit dem 1. März bin ich im Amt – und die ersten 100 Tage waren geprägt von vielen Begegnungen und unterschiedlichsten Eindrücken. Ich freue mich, in einem so vielfältigen DB sein zu dürfen. In meinem Zuständigkeitsbereich liegt nicht nur der Norden des DB, sondern z.B. ebenso die große Diakonie Bayreuth, das Evangelische Bildungswerk Oberfranken-Mitte und das Jugendwerk. Mir liegt es am Herzen, auf die Kirchengemeinden und Werke zuzugehen.

So hörte ich Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen von Kirchenvorständen und lernte alle Hauptamtlichen meiner Zuständigkeitsbereiche in einem ersten Gespräch kennen. Es kommen spannende Zeiten auf uns zu, die unsere Kirche sehr verändern werden. Ich nehme unglaublich viel positive Energie in all den Gesprächen wahr – und bin gespannt, welchen Weg diese Energie mit uns allen gehen wird.

In den ersten zwei Monaten bestätigte sich meine bisherige Erfahrung, dass Kirche und Diakonie fest zusammengehören – gemeinsam können wir uns Seite an Seite unterstützen. Nach den ersten 100 Tagen bin ich davon überzeugt, dass wir als DB ein großartiges Potential haben – und uns nur gut für die Zukunft aufstellen müssen. Wie wir weiter zusammenwachsen und gestalten, wird für mich ein großes Thema der Zukunft sein.

Wir sind untereinander schon teils sehr gut vernetzt – aber die Vernetzung und das Miteinander können wir an manchen Stellen noch vertiefen. Die Dekanatssynode per Zoom fand ich zukunftsweisend, freue mich aber, alle Mitglieder in wahrer Co-Präsenz kennenzulernen. Die Corona-Zeit war für das Kennenlernen vielleicht nicht der beste Zeitpunkt, jedoch gab sie mir die Möglichkeit, sehr viele Einzelgespräche zu führen. Bis Sommer werde ich in fast jeder Kirchengemeinde einen Gottesdienst gehalten haben – und hier spüre ich unseren Herrn Jesus Christus, der uns durch seinen Geist zusammenführt und uns den Weg in die Zukunft weist.

Dekan Jürgen Hacker: Seit Januar beschäftigt sich die Entwicklungsgruppe unseres DB (bestehend aus den beiden Dekanen, ihre Stellvertreter, den beiden Präsidumsmitgliedern und der Seniorin/des Seniors des Pfarrkapitels) intensiv mit dem neuen Landesstellenplan (LStPl) und dessen Umsetzung in unserem DB.

Hier wurde die Vorlage erarbeitet, die der Dekanatsausschuss in seiner Sitzung am 18. Mai beschlossen hat: Umsetzung des LStPl in sechs Regionen (die wir Ihnen in unserem nächsten Update vorstellen).

Die Landessynode hat den LStPl auf ihrer Frühjahrstagung im März beschlossen. Seine Umsetzung bedeutet aufgrund der unserem DB erheblich weniger zugeteilten theologischen Stellen (= Gemeindepfarrstellen) eine große Herausforderung.

Warum diese drastischen Einschnitte? Zum einen, weil die Zahl der Gemeindeglieder seit Jahren sinkt (unserer DB hat in den vergangenen 25 Jahren ca. 22.000 Gemeindeglieder verloren), zum anderen, weil unserer Kirche schlichtweg der Nachwuchs fehlt.

Dennoch sind wir auf einem guten Weg. Nicht mit ängstlich-lähmendem Blick wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern mit einem positiven Blick auf die Möglichkeiten, die sich durch den neuen LStPl eröffnen. Stärken und Gaben der einzelnen Kirchengemeinden und deren Mitarbeitenden kommen bewusst in den Blick.  Davon können zukünftig alle profitieren. Der Austausch darüber fördert das Miteinander, lässt uns im Dekanatsbezirk zusammen-wachsen und schenkt zugleich einen Blick für den Reichtum unser Volkskirche.

Der wiederum hilft gegen Undankbarkeit und das Gejammer, früher wäre eh alles viel besser und leichter und schöner gewesen. Vielleicht mahnt uns Jesus auch deshalb: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“ (Lukas 9,62).

Gewiss, die Rahmenbedingungen für kirchliche Arbeit und der Verkündigung des Evangeliums werden schwieriger. Aber unsere Zeit bietet auch die Chance, „Kirche neu zu denken“. Mit großem Interesse lese ich Bücher über den Veränderungsprozess in der anglikanischen Kirche. Ziel aller kirchlichen Arbeit muss sein, das Evangelium auch in Zukunft zu allen Menschen zu bringen und als Kirche nahe bei den Menschen zu sein.

Das gelingt am allerbesten, wenn wir selber, jede und jeder einzelne Mitarbeitende und jedes einzelne Gemeindeglied das vor-leben, was wir glauben und bekennen. Das ist nicht (immer) einfach, das kann auch manchmal dazu führen, dass wir uns überfordert fühlen und am liebsten alles hinschmeißen würden.

Die Jahreslosung des vergangenen Jahres macht mir da Mut, spendet Trost und gibt Kraft: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24).

Und ich staune, wie schnell wir in unseren Kirchengemeinden auf Corona reagiert haben – welch tolle, innovative und ansprechende Angebote kreiert und umgesetzt wurden. In einer z.T. atemberaubenden Geschwindigkeit, die man einer Institution in der Größe unserer Kirche vorher nicht zugetraut hätte.

Das macht mich zuversichtlich, dass wir gemeinsam auch die Umsetzung des Ladesstellenplans schaffen werden.

Ihre Dekane Dr. Manuel Ceglarek und Jürgen Hacker